Plogging - Der umweltfreunliche Fitnesstrend

Plogging - Der umweltfreunliche Fitnesstrend

Wenn ihr euch fragt ''was ist denn jetzt Plogging?'' dann sei es kurz gesagt: Plogging ist ein Wortmix aus ''plocka'' (schwedisch aufheben) und Jogging. Der aus Skandinavien stammende Trend, der mittlerweile weltweit Anhänger gefunden hat, ist etwas für alle, die es schätzen ihren Sport in der freien Natur auszuüben und währendessen auch noch etwas gutes tun möchten. Worum es nun im Detail geht und einen Erfahrungsbericht haben wir im Folgenden in einem Interview mit Jana zusammen gefasst, die Plogging nun seit einiger Zeit fest in ihren sportlichen Alltag integriert hat.

Plogging by Jana




















Wie bist du auf die Idee gekommen, beim Joggen Müll zu sammeln & es bei Insta zu teilen?

Die Idee, beim Joggen Müll zu sammeln, stammt ja nicht von mir und ehrlicherweise hat es auch ganz schön gedauert, bis ich es endlich einfach mal gemacht habe.  Davor habe ich mich eine lange Zeit chronisch „gelähmt“ gefühlt. Hatte irgendwie dauerhaft ein schlechtes Gewissen, aber konnte mich auch nicht aufraffen, wirklich aktiv etwas zu machen. Fleißig habe ich in sozialen Netzwerken quasi jede Anti-Plastik-Kampagne, jedes Plastikvideo oder jedes Beach Clean-up geteilt und dabei aber auch immer gewusst, dass ich mich selbst belüge. Klar, Aufklärungsarbeit ist wichtig. Noch wichtiger ist es aber, sein eigenes Verhalten in Frage zu stellen und dann im besten Fall endlich mal etwas zu machen. Das ist vielleicht unangenehm und unbequem, aber wirklich nötig! Mein Schlüsselerlebnis hatte ich dann in Frankreich, wo mein Surflehrer während der Session NEBENBEI immer Müll sammelte und diesen dann anschließend in die Mülltonne warf. Es war so einfach und gleichzeitig so genial!! Mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Wir Menschen sind einfach Gewohnheitstiere – dabei gibt es so viele kleine Dinge, die wir problemlos in unseren  Alltag integrieren und die Welt damit so viel besser machen können. Als ich dann noch einen Artikel über Plogging gelesen habe, war es endgültig um mich geschehen. Es gab keine Ausrede mehr. Das Ganze macht mich vielleicht nicht zur großen Umweltaktivistin, aber seitdem ist quasi keine Joggingrunde vergangen, in der ich keinen Müll aufgesammelt habe. Ich gehe doch sowieso joggen, warum also nicht ganz nebenbei auch noch was Gutes tun? Es ist weder anstrengend noch zeitintensiv oder aufwändig. Stell dir mal vor, jeder Hamburger würde jeden Tag nur zwei Müllstücke aufheben, über die er oder sie stolpert. Das wären jeden Tag einfach mal über vier Millionen weniger Zigarettenfilter, Kaugummipapiere und sonstiger Verpackungsmüll, der im Gebüsch oder im Fluss landen würden. Und gerade weil es so unglaublich einfach und genial ist, habe ich angefangen, das Ganze bei Instagram zu teilen. Das Feedback hat mich überwältigt. Ein paar Freunde schrieben mir, dass es sie inspiriert hätte und sie nun auch damit anfangen wollen, im Alltag Müll zu sammeln. Allein dafür hat es sich doch schon gelohnt, oder nicht? Jeder kann die Welt ein kleines bisschen besser machen und dafür sorgen, dass weniger Plastik im Meer landet. Das ist für mich eine riesige Motivation.


Plogging by JanaWas denkst du, könnte man gegen die Müllberge tun, außer - natürlich - den Müll aufzusammeln?

Ganz einfach: weniger Müll produzieren. Die Ursache, warum unser Planet am Plastik erstickt, liegt einfach in den unfassbaren Massen an Abfall, die jeder von uns tagtäglich erzeugt. Ich weiß auch, dass nicht jeder einen Unverpackt-Laden um die Ecke hat, aber einen Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen und dann im Supermarkt so viele lose Sachen wie möglich einzupacken, ist doch für jeden möglich, oder? Damit hat man vielleicht das Rad in Sachen Nachhaltigkeit nicht neu erfunden, aber trotzdem einen individuellen Beitrag gegen die Müllberge geleistet. Und jeder kleinste Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Also: Let’s do this!


Könnte man dem Ganzen auch etwas "Gutes/Positives" abgewinnen?

Müllsammeln hinterlässt – zumindest bei mir – ein unglaublich positives, befriedigendes Gefühl. Das ist wie beim Schenken. Da freut man sich als Schenkender ja manchmal mehr als der Beschenkt selbst. So ähnlich ist das auch beim Plogging: Die Natur freut sich, aber ich freu mich eben auch. Quasi eine Win-win-Situation.



Hast du eine Message an diejenigen, die ihren Müll ungeachtet liegen lassen?

Dass Menschen ihren Müll absichtlich oder ungeachtet einfach liegen lassen, macht mich sprachlos. Es zeigt aber auch einfach, dass es niemals genug Aufklärung geben kann. Manch einer wird mit den Augen rollen, wenn das tausendste Plastikvideo bei Facebook gepostet wird, und denken: „Nicht schon wieder!“ Aber es ist einfach verdammt noch mal nötig, damit es auch wirklich jeden erreicht. Letztendlich ist es doch nun mal so: Das Müllproblem ist am Ende des Tages ein Problem des Menschen. Indem wir unseren eigenen Lebensraum zerstören, sägen wir nämlich den Ast ab, auf dem WIR sitzen. Ganz schön dumm, wo wir doch eigentlich eine so intelligente Spezies sind. Für meine Message würde ich Paul Watson, den Gründer von Sea Sheperd, zitieren: „Wenn die Meere sterben, dann sterben wir alle.“ Das lässt sich auch so auf die Erde erweitern. Und das sollte doch wohl Motivation genug sein, oder nicht?

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Seid ihr auch fleißige Plogger und wollt eure Erfahrungen mit uns teilen? UNBEDINGT! Schreibt uns eine Mail an shop@saltwater-shop.com - gerne mit ein paar Bildern und Erfahrungen von euch, beim ploggen, die wir mit der Saltwater Community teilen dürfen. Let's do this & spread it!